Ernährung bei Migräne

 

Welche Ernährungsaspekte sind bei einer Migräne wichtig? Bei einer Häufigkeit von 20 % der Frauen und 8 % der Männer (nach der aktuellen Leitlinie zur Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne der Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft DMKG und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie) sollte man inzwischen wissen, welche Ernährung die beste für einen Betroffenen ist. Es gibt allerdings bisher keine klaren Erkenntnisse zu ‚guten‘ oder ‚schlechten‘ Nahrungsmitteln. Jeder Patient ist anders – mal können Histamin-haltige Nahrungsmittel wie Tomaten oder Schokolade ein Auslöser für eine Attacke sein, mal nicht. Für die einen ist Kaffee absolut nicht ohne massive Folgen trinkbar, für andere ist der Entzug von Kaffee ein Trigger für den nächsten Anfall.

Trigger sind individuell – und nicht bei jedem Migränepatienten Nahrungsmittel

Ob und welche Nahrungsmittel eine Migräne schwerer oder häufiger werden lassen, ermittelt man am besten mit einem Ernährungstagebuch, das entweder als App im Smartphone immer dabei sein kann oder traditionell mit Stift und Papier geführt werden kann. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man als Symptom einer beginnenden Attacke auch Appetit auf bestimmte Nahrungsmittel bekommen kann. Auslöser einer Migräne ist also nicht automatisch, was regelmäßig zu Beginn oder kurz vor eine Migräne gegessen wurde. Wird aber ein tatsächliches Allergen in der Nahrung entdeckt, reagiert ein Betroffener also allergisch auf ein Nahrungsmittel, dann kann der Ausschluss dieses Allergens (Eliminationsdiät) auch oft die Häufigkeit der Attacken senken, berichtet die Leitlinie von DMKG und DGN.

Mithilfe eines Ernährungstagebuchs kann oft auch erkannt werden, wie ein paar überschüssige Pfunde zustande kommen könnten – und entsprechend kann auch das gesunde Wunschgewicht besser erreicht oder gehalten werden. Übergewicht zählt nach neueren Studien nämlich zu einem der Faktoren, die eine Migräne schlimmer machen können.

Ernährungstagebuch kann Aufschluss geben, wenn Zweifel bestehen

Eine gute grundlegende Orientierung für ausgewogene Ernährung bieten die 10 Regeln und der Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Als gesund gilt ein Ernährungsmuster mit viel Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Nahrungsmittel wie Fleisch und Fleischprodukte, die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, sollten dagegen sparsam verzehrt werden. Alkohol – wenn überhaupt – soll dagegen nur in sehr geringen Mengen getrunken werden. Ein Beispiel für eine ausgewogene Diät ist die Mittelmeerkost, die durch viel Obst und Gemüse, Nüsse, Pflanzenöle und Fisch gekennzeichnet ist.

Besonders wichtig scheint bei der Migräne aber vor allem die Regelmäßigkeit zu sein: keine Mahlzeit auslassen lautet die Devise, wie auch die DMKG in ihrem Patientenratgeber zur Ernährung empfiehlt.