Bewegung bei Migräne

Jede Migräne ist anders. Für alle Betroffene, ob nun Patienten mit hormoneller oder hemiplegischer Migräne, ob mit langer oder kurzer Erkrankungsdauer, ob jung oder alt, gilt: Bewegung ist gut und kann den Krankheitsverlauf verbessern.

In den „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ werden Bewegungsempfehlungen für erwachsene Personen in Deutschland gemacht. In diesen Empfehlungen wird dazu geraten, regelmäßig sportlich aktiv zu sein. Dazu sollten mindestens 150 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in moderater Intensität verbracht werden. Alternativ können auch 75 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in höherer Intensität durchgeführt werden – wobei intensiver Sport bei manchen Betroffenen auch eine Migräneattacke auslösen kann. Gemäßigter Ausdauersport scheint dagegen generell eher gut zu tun.  Dabei soll nach neueren Studien besonders ‚aerober‘ Sport die Migränehäufigkeit senken zu können: dabei reicht die Luft noch zum Reden, die Anstrengung ist also spürbar, aber noch nicht erschöpfend.

Mehr Ausdauersport gegen neue Attacken

In der aktuellen Leitlinie zur Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne der Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wird der aerobe Ausdauersport auch als begleitende Maßnahme zur medikamentösen Prophylaxe genannt und empfohlen.

Sport könnte dabei auf verschiedene Arten helfen. Beispielsweise scheint mehreren aktuellen Studien zufolge Übergewicht mit einer höheren Migränehäufigkeit einherzugehen. Wenn regelmäßiger Sport also zum Erreichen eines gesunden Gewichts führt, kann dies zu einer Verbesserung der Migräneproblematik beitragen. Aber auch bei normalgewichtigen Migränepatienten kann Ausdauersport zu mehr kopfschmerzfreien Tagen verhelfen.

In den nationalen Empfehlungen für Bewegung wird weiterhin darauf aufmerksam gemacht, dass lange, ununterbrochene Sitzphasen zu vermeiden sind und Zeiten, in denen man viel sitzt, regelmäßig durch körperliche Aktivität unterbrochen werden sollten. Dies passt zu einem weiteren Faktor, der in die Migräneerkrankung reinspielt: Entspannung. Wer in langen Bürostunden sitzend seine Arbeit verrichtet, sollte also erholsame, bewegte Pausen mit einem Spaziergang an der frischen Luft einplanen. Wie viel man sich bewegt, kann gut mit Schrittzählern und entsprechenden Apps beobachtet werden. Viele Menschen spornt eine solche Selbstkontrolle auch an und motiviert zu gesünderem Verhalten.